27. Januar 2023 | Gemeindegründung vor Ort

Nachgefragt bei …

Tobias Müller hat Theologie in Ewersbach studiert. Nach seinem Studium ist er Ende 2019 mit seiner Ehefrau Lara nach Bayreuth gezogen, um gemeinsam mit der Inland-Mission und dem Nordbayrischem Kreis eine neue FeG zu gründen.
Tobias, ihr seid jetzt knapp 3,5 Jahre vor Ort. Was macht man so die erste Zeit?

Ich nenne mal drei Stichpunkte: 1. Sich einleben und so banale Sachen herausfinden, wie: Wo ist der nächste Supermarkt oder Arzt? 2. Die Stadt entdecken: Was macht Bayreuth aus? Welche Menschen leben hier? 3. Und mit Abstand das Wichtigste – die unterschiedlichsten Menschen kennenlernen und Beziehungen aufbauen: sich im Café verabreden, auf Feiern und Konzerte gehen, Politiker und Schlüsselpersonen treffen. Also alles was nützt, um in Kontakt mit Menschen zu kommen und die Stadt lieben zu lernen.

Und dann kam Corona …

Als die Pandemie begann, hatten wir noch kein Startteam gebildet. Alle Treffen mussten abgesagt werden. Im ersten Moment ein Schock: Wie soll es weitergehen? Nach 2 Wochen hatten wir uns aber sortiert und mutig entschieden: Wir gehen weiter voran und begegnen Menschen entsprechend der Möglichkeiten. Wir wussten bereits von ein paar Leuten, die Lust auf das Projekt hatten. Und mit denen haben wir uns in der ersten Phase online getroffen, als physische Treffen nicht möglich waren. In diesen Treffen haben wir uns die Fragen gestellt, was hier in Bayreuth fehlt und wie eine neue Gemeinde für die Menschen aussehen müsste. Wir haben gemeinsam Werte und eine Vision entwickelt. In diesen Prozess sind dann immer wieder neue Menschen dazugestoßen. Die erste Phase hat den Vorteil, dass von Beginn an ganz neu gedacht wird.

Stichwort Werte: Was bedeuten sie für eure Arbeit?

Werte geben Orientierung für all das, was man später machen wird. Und sie sind nicht flüchtig, sondern bleiben für einen langen Zeitraum bestehen. Für uns war es wichtig sie zu formulieren, bevor wir überhaupt mit öffentlichen Veranstaltungen starteten. Neuen Leuten zeigen Werte, wofür das Projekt steht: Was bedeutet der christliche Glaube für uns? Was ist uns wichtig? Wie wollen wir als Gemeinschaft miteinander leben? Wie wollen wir anderen begegnen? Auf Grundlage dieser Werte haben wir unsere Vision, konkrete Angebote und Veranstaltungen sowie Dienste konzipiert. Menschen sollen unsere Werte spüren, weil wir sie sie leben.

Wo steht ihr aktuell als Projekt?

Seit einem Jahr veranstalten wir regelmäßig Gottesdienste an öffentlichen Orten. Dort wo sich die Bayreuther in ihrer Freizeit aufhalten. Wir experimentieren mit verschiedenen Formaten, um zu schauen, wie man die Menschen am besten mit dem Evangelium erreichen kann. Es gibt außerdem Kleingruppen und Communityevents. Damit sind wir auch aus der ersten Phase raus und sind in der stärkeren öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Und gerade überlegen wir auch, wie wir ganz konkret der Stadt und den Menschen dienen können.

Danke für das Gespräch.

Weitere Infos über das Gründungsprojekt in Bayreuth: bayreuth.feg.de/